TPS - Trancranial Pulse Stimulation
TPS - Trancranial Pulse Stimulation

Zweites Expertenmeeting zur Transkraniellen Pulsstimulation (TPS): Forschungsergebnisse, Trends und Ideenaustausch

Zweites Experten-Treffen zur Transkraniellen Pulsstimulation (TPS): Forschungsergebnisse, Trends und Ideenaustausch

Am 18. November 2023 trafen sich Neurologen und Psychiater aus 14 Ländern zum zweiten internationalen TPS-Expertenmeeting in Konstanz am Bodensee, um über den Einsatz der Transkraniellen Pulsstimulation als ergänzende Therapieoption für Patienten mit Alzheimer-Demenz zu diskutieren. In hochklassigen Vorträgen wurden Meilensteine sowie aktuelle Studienergebnisse präsentiert. Ziel dieser Veranstaltungsreihe ist es, den kontinuierlichen internationalen Wissensaustausch zur Transkraniellen Pulsstimulation zu fördern.

Daten aus der Praxis zu Nebenwirkungen und Symptom-Verbesserungen
Bisher wurden weltweit mehr als 9.500 Alzheimer-Patienten in ca. 75.000 Sitzungen mit der Transkraniellen Pulsstimulation behandelt. Die bisherigen Umfragen und Studien zeigen, dass die TPS gut verträglich ist.

Prof. Dr. Lars Wojtecki (Hospital zum Heiligen Geist Kempen; Universitätsklinikum Düsseldorf) referierte über die klinische Anwendung der TPS bei Alzheimer-Patienten. Die von ihm vorgestellten Daten von 11 Patienten zeichneten ein ähnliches Bild wie die Umfrage: Die TPS-Behandlung wurde gut vertragen, Nebenwirkungen infolge der TPS waren selten (in 4 % der Sitzungen) und nur vorübergehend. Bei allen Patienten wurden Verbesserungen dokumentiert. Einige Patienten zeigten geringe Verbesserungen, die deutlichste Verbesserung bei einem Patienten betrug 40 %.

Lebensqualität verbessern und Angehörige entlasten
Dr. Mohamed Abdelghani (Nurify Medical Clinics, London, UK) diskutierte die Rolle von Neurostimulationsverfahren in der Therapie neurodegenerativer Erkrankungen und beschrieb den Einsatz der TPS exemplarisch an einem konkreten Fallbeispiel. Ein 73-jähriger Patient von Dr. Abdelghani hatte seit einigen Jahren zunehmende Gedächtnisprobleme, insbesondere mit dem Kurzzeitgedächtnis. In seiner Familie waren bereits mehrere Fälle von Alzheimer aufgetreten und auch bei ihm lautete die Diagnose schliesslich »Alzheimer-Demenz mit spätem Beginn« (nach dem 65. Lebensjahr).
Infolge einer ersten TPS-Behandlungsserie verbesserte sich die Gedächtnisleistung des Patienten deutlich, was sich in verbesserten Testergebnissen widerspiegelte und vom Sohn des Patienten bestätigt wurde. Drei Monate nach der TPS begannen sich die kognitiven Fähigkeiten wieder zu verschlechtern und eine zweite TPS-Behandlungsserie wurde durchgeführt. Im Anschluss dokumentierte Dr. Abdelghani erneut deutlich verbesserte kognitive Fähigkeiten. Der Sohn des Patienten und dessen Ehefrau berichteten von subjektiven Verbesserungen des Gedächtnisses und der Kommunikationsfähigkeiten sowie generell kürzeren Reaktionszeiten. Infolge der verbesserten Lebensqualität und Unabhängigkeit des Patienten wurden auch dessen Angehörige entlastet, sagte Dr. Abdelghani.

Einsatz der TPS am Klinikum Wahrendorff in Hannover
Prof. Dr. Marc Ziegenbein (Ärztlicher Direktor und Chefarzt des Klinikum Wahrendorff, Hannover) sprach darüber, welche neuen Perspektiven sich durch die TPS für die Behandlung der Alzheimer-Demenz ergeben. Er und sein Team behandeln Menschen mit Alzheimer so früh wie möglich mit der TPS. Um den Einsatz der TPS zu bewerten, führt er aktuell eine Beobachtung durch, deren Schwerpunkt auf der kognitiven Leistungsfähigkeit und der Schwere der depressiven Symptome während des Behandlungszeitraums liegt. Prof. Ziegenbein berichtete, dass die Mehrheit der Patienten keinerlei Nebenwirkungen hat. Die bisherigen Ergebnisse sind ermutigend, allerdings stehen die finale Auswertung und Analyse noch aus.

Künstliche Intelligenz zur Verbesserung der TPS-Behandlungsüberwachung
Abschliessend zeigte Dr. Ali Riza Günes (Alexius/Josef Krankenhaus, Neuss) in einem spannenden Vortrag auf, wie künstliche Intelligenz (KI) zur Verbesserung des Monitorings der TPS-Behandlung genutzt werden könnte. Insbesondere KI-gestützte Sprachanalysen (Sprechtempo, Sprachfluss, Vokabulardichte, grammatische Struktur, etc.) werden in Zukunft an Bedeutung gewinnen.

Experten sehen TPS auf dem richtigen Weg
Das Fazit des Expertenmeetings war optimistisch: Neurostimulationsmethoden werden nach Einschätzung der anwesenden Neurologen und Psychiater in naher Zukunft eine immer wichtigere Rolle bei der Behandlung von neurodegenerativen Erkrankungen wie der Alzheimer-Demenz spielen. Die TPS sehen die Experten auf dem richtigen Weg. Erforderlich sind jedoch weitere Studien mit noch grösseren Patientenzahlen sowie generelle Grundlagenforschung, um die TPS-Evidenzlage weiter zu bereichern.

Bereits am Vorabend des Expertenmeetings fand ein Treffen zu einer von Prof. Wojtecki initiierten TPS-Studie statt (»Multizentrische prospektive Datenerhebung zur Behandlung mit der Transkraniellen Pulsstimulation (TPS) bei Patienten mit Alzheimer Demenz«). In diese Studie sollen insgesamt mehr als 100 Patienten eingeschlossen und über einen Zeitraum von 12 Monaten nachverfolgt werden. Acht TPS-Behandlungszentren haben sich zur Teilnahme an dieser Studie gemeldet.

Das nächste TPS-Expertenmeeting wird im Frühjahr 2024 stattfinden.

Quelle: TPS Expert Meeting; Konstanz, Deutschland; STORZ MEDICAL AG; 18. November 2023.

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